Westaustralien ist eines der ältesten Länder der Erde und kann auf eine mehr als 40.000 Jahre alte Geschichte der Ureinwohner zurückblicken.
Die Ureinwohner des Kontinents sind die australischen Aboriginal People. Sie zogen als Nomaden in genau bestimmten geografischen Regionen umher und folgten so den mit den Jahreszeiten wechselnden Nahrungsquellen.
Die Ureinwohner Australiens meisterten die rauen klimatischen Bedingungen, die von kühlen bis zu tropisch-heißen Temperaturen reichten und sowohl Trockenzeiten als auch heftige Regenfälle mit sich brachten. Viele Jahrtausende lang lebten sie auf eine Weise, die ihre Gesellschaftsform unterstützte und im Einklang mit der Natur stand, deren Ressourcen sie schonten und in der sie keine nachhaltigen Spuren hinterließen.
Die europäischen Entdecker kamen erst viel später und während man davon ausgeht, dass portugiesische Seeleute die Gewässer vor Westaustralien bereits im 16. Jahrhundert erkundeten, so gelten die Niederländer im 17. Jahrhundert als die ersten nachweislichen europäischen Besucher des Kontinents.
Viele dieser Besucher waren Seefahrer, die bei der niederländischen Ostindien-Kompanie angestellt waren und die regelmäßig die starken Westwinde nutzten, um mit ihren Schiffen über den Indischen Ozean zu den von Niederländern kolonisierten indonesischen Häfen wie Batavia (heute Jakarta) zu segeln.
Die Hinterlassenschaft dieser europäischen Seefahrer lässt sich noch heute aus den Namen der Küstenstädte wie Cape Vlamingh, Abrolhos Islands, Rottnest Island, Cape Leeuwin und Cape D'Entrecasteaux erkennen.
Westaustraliens Besiedlung
Die Besiedlung Westaustraliens durch Europäer begann offiziell erst ab dem Jahre 1826 als der im Süden gelegene Hafen von Albany als Militärstützpunkt angelegt wurde. Der Hauptsitz der Kolonie wurde jedoch nach Perth, in die heutige Hauptstadt des Bundesstaats, verlegt.
Westaustraliens Geschichte ist ungewöhnlich, denn es ist einer der wenigen Bundesstaaten, der nicht als Sträflingskolonie besiedelt wurde - eine Tatsache, die sich noch heute im freien und unkonventionellen Wesen der Bewohner widerspiegelt.
Der erste gravierende Bevölkerungsanstieg erfolgte um 1890 mit Goldfunden im zentralen und südlichen Teil des Outbacks. Mit dem darauf folgenden Goldrausch strömten Menschen aus dem Rest Australiens und der Welt nach Westaustralien, um in der goldhaltigen Erde der zentralen Goldfelder ihr Glück zu finden.
Die Reise bis in die Gegenwart
Am 1. Januar 1901 schloss sich Westaustralien den übrigen australischen Bundesstaaten bei der Gründung einer Föderation an, der eine Bundesregierung voranstehen sollte, die wiederum durch die einzelnen bundesstaatlichen Regierungen unterstützt wurde.
Westaustraliens Lage war während der beiden Weltkriege von strategischer Bedeutung, und zahlreiche Städte und Ortschaften wie etwa das im Norden gelegene Broome haben eine umfassende Kriegsgeschichte. Noch heute finden sich hier längst verlassene Bunker und staubige Landepisten, die einst von Jagd- und Kampffliegern verwendet wurden. 
Nach dem Krieg kam es im Norden zu einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs durch Rinderhandel und eine beginnende und heimlich stattfindende Perlenzucht-Industrie in der Nähe von Broome. Auch der Süden florierte durch den starken Landwirtschaftssektor sowie den Walfang.
Öl- und Gasfunde sowie die weltweit größten Eisenerzlager sorgten in den 1970er Jahren für eine wahre Bevölkerungsexplosion im Nordwesten des Bundesstaats, die sich bis heute fortsetzt.
In jüngerer Vergangenheit kam es außerdem wegen des hervorragenden Klimas, der blühenden Wirtschaft und des entspannten Lebensstils zu einem weiteren Anstieg der Bevölkerungszahl, wodurch Westaustralien nun zu den am schnellsten wachsenden Regionen des Landes gehört.
Geschichte und Erbe Europas
Noch heute finden sich einige großartige Beispiele der frühen Kolonialzeit Westaustraliens.
Erleben Sie die koloniale Hinterlassenschaft Großbritanniens in der historischen Architektur und den Sehenswürdigkeiten im gesamten Bundesstaat.