Beitrag von Fleur Bainger

In Kununurra finden Sie Shops, in denen seltene rosafarbene Diamanten verkauft werden, Aboriginal Art Centres, Rum-Destillerien und eine historische Pumpstation, die zu einem Café umfunktioniert wurde. In den rustikalen Pubs lernen Sie den Humor der bodenständigen „Aussies“ kennen. Rote Outback-Erde grenzt an grauen Asphalt. Wälder reichen bis an Seen und Flüsse, in denen sich Barramundi tummeln. Die Trockenzeit in Kununurra, die von April bis Oktober dauert, bringt Tage mit strahlend blauem Himmel und Abende in locker-leichter Bekleidung. Die „Wasserfall-Saison“, von November bis März, kühlt mit düsteren Wolken, feuchter Luft und spektakulären Gewittern.

Kununurra ist mit keinem anderen Ort in Australien vergleichbar.

Wenn Sie einmal in Kununurra waren, werden Sie sich fragen, warum Sie nicht schon früher gekommen sind. Wir Australier hatten in den vergangenen Jahren viel Zeit, unseren „eigenen Hinterhof“ zu erkunden. Lassen auch Sie sich diese Chance nicht entgehen und unternehmen Sie einen Ausflug in den Osten der Kimberley Region. Er wird genauso in Erinnerung bleiben wie jeder andere exotische Urlaub, den Sie bisher gemacht haben.

Mirima Nationalpark, in der Nähe von Kununurra

Mirima-Nationalpark

1. Bootsfahrt auf dem Lake Argyle

Der Abschnitt zwischen dem Lake Kununurra und dem Lake Argyle ist ein international anerkanntes Ramsar-Feuchtgebiet, in dem mindestens 75 verschiedene Wasservogelarten und mehr als ein Prozent der weltweiten Population an Süßwasserkrokodilen leben. Die Reiseveranstalter Triple J Tours und Lake Argyle Cruises kennen dieses Gewässer in- und auswendig, da sie seit Jahrzehnten Natur-Kreuzfahrten im inselreichen Lake Argyle anbieten. Touren beginnen in Kununurra oder am Lake Argyle, der zu den größten Süßwasserseen der südlichen Hemisphäre gehört. Dort begegnen Sie Felskängurus, Rotkopfregenpfeifer und einer riesigen Staumauer. Übrigens auch ein gutes Angelrevier! Zum Abschluss können Sie eine Bootsfahrt bei Sonnenuntergang unternehmen und im Lake Argyle schwimmen. Oder Sie kehren zum Ausgangspunkt zurück, um auf dem Lake Kununurra eine Barbecue-Bootstour zu unternehmen.


2. Mirima-Nationalpark

Mirima, lange Zeit ein Geheimtipp der Locals, ist eine Ansammlung von Sandsteinformationen, die der Bungle Bungle Range ähneln – mit dem Unterschied, dass sie nur ein paar Autominuten von Kununurra entfernt liegen. Die verwitterten rötlichen und bernsteinfarbenen Felsen, deren Alter auf 350 Millionen Jahre geschätzt wird und die dem Volk der Miriwoong heilig sind, können auf vier Wanderwegen erkundet werden. Besonders schön sind sie bei Sonnenaufgang oder -untergang, wenn die Farben der Erde zu leuchten scheinen. Der Park ist ganzjährig geöffnet. Einer der Rundgänge ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.


3. Einen Barramundi angeln

Seit 2013 wurde der Kununurra-See mit fast einer Million – Sie haben richtig gelesen – Barramundi-Setzlingen bestückt, wobei die letzten 100.000 Ende 2020 ausgesetzt wurden. Diese Fülle erhöht Ihre Chance, diesen wertvollen, einen Meter langen Fisch an die Angel zu bekommen, beträchtlich. Wenn Sie es schaffen, werden Sie automatisch zum Ehrenbürger. Der See ist ein Muss für Angler und Schwimmer, da es hier keine Salzwasserkrokodile gibt und man davon ausgeht, dass die großen Trophäenfische mit der Zeit immer häufiger vorkommen. In den nächsten Jahren sollen zusätzliche Jungfische im See ausgesetzt werden – also halten Sie Ihre Köder bereit!


Luftaufnahme von Lake Argyle, in der Nähe von Kununurra

Lake Argyle


4. Waringarri Aboriginal Arts

Im Mittelpunkt dieses von den Ureinwohnern betriebenen Kunstzentrums in Kununurra steht die Miriwoong-Kultur, die unter anderem in Bildern, Schnitzereien und Keramiken zum Ausdruck kommt. In Begleitung eines Miriwoong-Führers hören Sie bei Sonnenuntergang das Didgeridoo durch die Luft tönen, während Sie den Ausblick auf den Mirima National Park genießen. Gemeinsam bereiten Sie Bush Tucker auf heißen Kohlen zu und erfahren auf einer Geländewagen-Tour mehr über die Verbindung der Aboriginal People zu ihrem Land. Oder Sie lassen sich von einem Künstler während einer Privatführung erzählen, was das Kunstzentrum für ihn bedeutet. Die älteste noch bestehende Kultur der Welt befindet sich nicht in Rom, Athen oder Gizeh, sondern genau hier.


5. Shops mit rosa Diamanten

Broome hat Perlen, Kununurra rosa Diamanten. Es sind die seltensten Diamanten der Welt. Bis 2020 wurden sie in der riesigen Argyle-Diamantenmine, nur einen kurzen Flug von der Stadt entfernt, abgebaut. Heute kann man die rosa Diamanten in einer der beiden Boutiquen in der Stadt bestaunen und sich an den Finger stecken lassen. Treten Sie ein ... Dank der entspannten Atmosphäre von Kununurra ist das freundliche Personal von den seltenen Steinen genauso begeistert wie Sie. Lassen Sie sich bei Kimberley Fine Diamonds oder Nina's Jewellery die „fünf Cs“ erklären und erfahren Sie, was sich sonst noch in der Mine verbirgt. Und hey, gibt es ein besseres Souvenir?


6. Die Hoochery Distillery

Die Destillation von Rum aus lokal angebautem Zuckerrohr war für Spike Dessert, den verstorbenen Firmengründer, ein Schlüsselerlebnis. Der schnauzbärtige Patriarch war eine schillernde Persönlichkeit aus Kimberley, die zu trockenen, zitierwürdigen Kommentaren neigte, die auch heute noch das freche Flair der Hoochery Distillery prägen. Schauen Sie mal vorbei, um die Mitglieder der Spike's Family kennenzulernen, die sein Erbe weiterführen. Probieren Sie auch unbedingt den Argyle Pink Gin, der mit Pflanzen aus den Kimberleys hergestellt wird, oder eine der sieben traditionell gebrannten Rumsorten. Und wenn Sie schon mal da sind, sollten Sie auch ein Stück des Ord River Rum Cake naschen.

Waringarri Aboriginal Arts Centre, Kununurra

Waringarri Aboriginal Arts Centre, Kununurra

7. Das Pumphouse

Im Restaurant und in der Bar des PumpHouse kann man sich nicht nur den berühmten Barramundi aus den Kimberleys schmecken lassen, sondern auch einen schönen Sonntagabend verbringen, wenn sich die Einheimischen beim wöchentlichen Holzofenpizza- und Tapas-Abend einfinden (an anderen Tagen gibt es das reguläre Menü). Nehmen Sie auf der Veranda Platz und schauen Sie nach unten, wo sich jede Menge Fische – und ein Süßwasserkrokodil – tummeln. Die ehemalige Wasserpumpstation liegt am Lake Kununurra und beherbergt noch immer die Originalmaschinen der Ord Pump Station. Ein Besuch der Station vor dem Essen lohnt sich auf jeden Fall.


8. Kelly's Knob

Folgen Sie bei Sonnenuntergang den einheimischen Fahrzeugen hinauf zum höchsten Punkt von Kununurra. Kelly's Knob bietet einen Rundumblick über die leuchtend rote Steinlandschaft – von den Vororten der Stadt bis zum Elephant Rock, dem Umleitungsdamm und dem üppigen Bewässerungsgebiet des Ord River. Dies ist ein Ort der Besinnung und der freundlichen Worte, an dem jeder die Erhabenheit der Kimberleys zu schätzen weiß. Genießen Sie den Blick vom Parkplatz aus oder gehen Sie den 1,2 km langen Rundweg zum 191 m hohen Gipfel.


9. Tagesausflug zur Bungle Bungle Range

Wenn man nach Arizona reist, darf man den Grand Canyon nicht verpassen. In Peru gehört die Besteigung des Machu Picchu zum Pflichtprogramm. In Kununurra ist die Erkundung der 360 Millionen Jahre alten Bungle Bungle Range im zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Purnululu National Park ebenso ein Muss. Fliegen Sie über den Dome Forest, um das Ausmaß der ungewöhnlichen Felsformationen zu erleben. Nach der Landung sollten Sie unbedingt auch einmal zwischen den Felsen umherspazieren. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, mit einem Aboriginal Guide von Kingfisher Tours die Felskuppen und die faszinierende Schlucht Echidna Chasm zu erkunden und danach in der Cathedral Gorge mit den Ureinwohnern zu singen. Bungle Bungle Guided Tours werden ebenfalls von Aboriginal Guides geleitet, die Ihnen einen einzigartigen Einblick in die Gegend gewähren. Auch Aviair (Rundflüge), HeliSpirit (Hubschrauberflüge) und Kimberley Air Tours (Wasserflugzeuge) bieten unvergessliche Tagesausflüge an.

Dame wandert durch den Bungle Bungle Range, Purnululu Nationalpark.

Bungle Bungle Range

10. Tagesausflug zu den Mitchell Falls

Die Mitchell Falls (vom Wunambal-Volk Punamii-Uunpuu genannt) stürzen über vier stufenförmige Klippen herab und bilden dabei sprudelnde Pools und Nebelschwaden aus weißem Wasser. Der Wasserfall gilt als einer der spektakulärsten Australiens und liegt acht Autostunden nordwestlich von Kununurra, lässt sich aber leicht per Flugzeug während eines Tagesausflugs erreichen. Fliegen Sie über das purpurrote Outback und die atemberaubende Küste der Kimberleys. Nach der Landung wandern Sie – eventuell zusammen mit einem Aboriginal Guide – über Felsen und entdecken uralte Felszeichnungen. Flüge werden von Kingfisher Tours, Aviair, HeliSpirit und Kimberley Air Tours angeboten.


Die besten Tipps

  1. Es ist ein Vergnügen, den Ord River bei Ivanhoe Crossing (ein Betonweg, der nur in der Trockenzeit befahrbar ist) mit einem Allradfahrzeug zu durchqueren. Oder schauen Sie einfach zu, wie andere das machen.
  2. Bei einem Besuch in Kununurra sollte man unbedingt einen Mango-Smoothie und ein Gericht mit Boab-Wurzel bestellen. Beides finden Sie normalerweise auf der Speisekarte des Wild Mango Cafe, des Cornerside Cafe und des Cafe Sandalwood.
  3. Schauen Sie, wie viele berühmte Namen Sie im Celebrity Tree Park entdecken können. Persönlichkeiten wie Baz Luhrmann, John Farnham und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Anne haben hier Bäume gepflanzt.


Der Weg in die Cockburn Range, Gibb River Road

Weaber Plains Road, unweit von Kununurra

Veröffentlicht im Mai 2021.