Der Traumreisende Tremane Baxter-Edwards ist ein stolzer Angehöriger der Ngarinyin und Walmajarri aus Wyndham in East Kimberley in Westaustralien.
Er ist tief mit seinem Land und seiner Gemeinschaft verbunden und bekannt für seine führende Rolle bei der regionalen Entwicklung, sein Engagement für junge Menschen und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Aboriginal Gemeinschaften und allen Ebenen der Regierung.
Tremane hat auf kommunaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene der Verwaltung sowie mit von Aboriginal Gemeinschaften geführten Organisationen und im Non-Profit-Sektor gearbeitet. Sein Fokus liegt auf kulturell fundierten Strategien, die Gemeinschaften stärken, wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen und auf gegenseitigem Respekt basierende Partnerschaften fördern. Als engagierter Unterstützer aufstrebender Aboriginal Führungspersonen setzt sich Tremane dafür ein, jungen Menschen Wege zum Erfolg zu eröffnen, ohne dass sie den Bezug zu ihrer Kultur verlieren.
Tremanes persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse werden auch in Zukunft politische Maßnahmen und Programme prägen, die in allen Regionen Westaustraliens Wirkung entfalten.
Er liebt es, angeln zu gehen, das Land zu erkunden und Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Und er ist stolz darauf, als einer der beliebtesten Tourguides in East Kimberley seine Kultur mit anderen Menschen zu teilen.
Fragen und Antworten
Was bedeutet „Land“ für Sie?
Für die Aboriginal People in Westaustralien ist das Land alles. Für mich persönlich ist es eine Möglichkeit, mit meinen Vorfahren und insbesondere mit meiner Urgroßmutter in Verbindung zu treten. Die Arbeit in El Questro und auf diesem Land erinnert mich daran, wo ich bin. Dann stehe ich in Gedanken bei den Bergen, zusammen mit meiner Urgroßmutter und den Generationen meiner Familie vor ihr, die auf diese Berge geblickt und an diesen Naturpools und Flüssen gelebt haben. Dann halte ich inne und denke, was für eine Ehre und ein Privileg es ist, aus der ältesten noch lebendigen Kultur der Welt zu stammen.
Meine Vorfahren haben dieses Land schon vor sehr langer Zeit durchquert. Sie haben es gefühlt und sind darin aufgegangen. Das ist ein wichtiger Teil dessen, was uns als Westaustralier ausmacht. Wir sollten in das Land eintauchen und Westaustralien in seiner ganzen Authentizität erleben. Es ist ein außergewöhnlicher Ort, um das Land zu spüren und eine tiefe Verbindung mit ihm einzugehen. Im wahrsten Sinne des Wortes wandelt man in Westaustralien auf einem Traumpfad. Westaustralien zu besuchen, zu sehen und zu erleben, ist etwas ganz Besonderes. Und das fängt schon damit an, barfuß zu gehen oder mit dem Akubra auf dem Kopf das Land zu durchstreifen. Als Aboriginal People wollen wir das Land mit allen Menschen teilen. Wir wollen das Land auch zeigen, weil es ein so wunderbarer Ort ist. Die Besucher sollen das Land erleben, sich darauf einlassen, in das Land eintauchen und wirklich spüren, wie traumhaft es ist.
Gibt es eine Geschichte, die Ihre Reisen lenkt?
Es ist die Geschichte meiner Großmutter, die eine ganz erstaunliche Frau ist. Sie hat ein unglaubliches Leben geführt. Wo immer ich hingehe, denke ich an sie: wo sie geboren wurde und welchen Weg sie zurückgelegt hat. Von einer Frau aus dem Busch, die tatsächlich unter einem Boab-Baum geboren wurde – viel typischer geht es für die Kimberleys kaum – zu einem erfüllten Leben, in dem sie sich um andere Menschen gekümmert hat. Bis hin zu der Arbeit, die sie als Vertreterin der Aboriginal People in den Kimberleys und im ganzen Bundesstaat geleistet hat. Meine Großmutter ist eine sehr starke Frau. Sie hat mich zu einem starken Mann erzogen. Deshalb denke ich immer an sie, wo ich auch hingehe.
Ich habe das Glück, meine Sprache zu sprechen und die Geschichten zu erzählen, die ich als junger Mann gehört habe und die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Reisen liegt mir einfach im Blut. Ich denke an meine Vorfahren, die unser Aboriginal Country auf der Gibb River Road durchquert haben, und lasse das in meine Arbeit heute einfließen. Ich reise durch ganz Australien, besonders durch Westaustralien, und es ist ein ganz besonderer Ort zum Leben, Lernen, Wachsen und Reisen. Auf dem Weg vom einen Ende zum anderen gibt es immer wieder Neues zu entdecken. In East Kimberley gibt es 1,8 Milliarden Jahre alte Felsen, die drittältesten der Erde. In West Kimberley befindet sich mit Cable Beach ein unberührter Strand, der auf der ganzen Welt bekannt ist. Es ist einfach erstaunlich, was Westaustralien alles zu bieten hat. Dieser wunderbare Ort ist meine Heimat.
An welchem Ort in Westaustralien fühlen Sie sich dem Land am stärksten verbunden?
Definitiv im El Questro Wilderness Park in East Kimberley. El Questro oder Marlabu ist ein ganz besonderer Ort für unsere Familie. Meine Ururgroßmutter wurde am Chamberlain River geboren, und wenn ich den Fluss hinauffahre, spreche ich mit ihr in meiner Sprache. Ich denke an all die Menschen, die aus dieser Gegend stammen. Es ist für mich eine große Ehre, dort zu leben, auf diesem Land zu sein, mit dem Land zu sprechen, von ihm zu lernen und seine Schönheit zu sehen. Wir sprechen über die Bergketten und über ihr geologisches Alter. Aber auch darüber, wie alt die Geschichten für uns als Aboriginal People sind: die Geschichten, die in dieser Gegend seit Generationen erzählt werden. Deshalb fühle ich mich nirgendwo so sehr zu Hause wie in El Questro.
Pigeon Hole in El Questro ist mein Lieblingsaussichtspunkt. Es ist ein außergewöhnlicher Ort, an dem man wirklich spüren kann, was es heißt, auf dem Land zu sein, fernab der geschäftigen Städte und umgeben vom Wind, der über die Bergketten streicht. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, die Felsen im Licht der goldenen Stunde zu sehen – ein ganz außergewöhnlicher Anblick.
Was erhoffen Sie sich für die Besucher? Wie sollen sie das Land erleben?
Ich hoffe, dass unsere Besucher wirklich in Westaustralien eintauchen können, zum Beispiel bei den Touren und Erlebnissen unserer lokalen Tourismusanbieter. In Westaustralien gibt es so viel zu entdecken. Aboriginal Tourismusanbieter können noch viel mehr bieten: Man erlebt und spürt das Land zusammen mit ihnen. Man lauscht ihren Geschichten über die vielen tausend Generationen, die auf diesem wunderschönen Land gelebt haben.
Gibt es eine Möglichkeit, wie Menschen auch körperlich mit dem Land in Verbindung treten können?
Ich sage gern, dass Barfußgehen eine solche Verbindung schafft. Auf Spinifex zu treten, über heißen Sand zu gehen und die rostfarbenen alten Bergketten unter den nackten Füßen zu spüren – dieses intensive Gefühl ist mit Schuhen einfach nicht möglich. Es macht die Füße stark. Und es stärkt mit der Zeit auch das Selbstvertrauen. Es ist ein Gefühl, das man mit Schuhen nicht erleben kann. Man spürt so viel und das geht durch den ganzen Körper. Eine sehr körperliche Erfahrung sind die Splitter in den Füßen, aber sie verbindet einen auch auf spirituelle Weise, selbst mit dem Wasser. Und wenn man die Schuhe vergisst, ist das kein Problem, dann geht man einfach barfuß. Es ist eine wundervolle Art, sich mit dem Land zu verbinden. Das Land zu spüren ist so wichtig.
Was denken Sie über die anderen Traumreisenden?
Sie sind eine beeindruckende Gruppe von Menschen, die zeigen möchten, was es heißt, Westaustralier zu sein, und was es bedeutet, Westaustralien zu erleben. Es ist wirklich ein bemerkenswerter Ort und ich habe das große Glück, von ebenso bemerkenswerten Menschen umgeben zu sein.