Vorgestellt von Jo Baker


Wenn der junge Tremane Baxter-Edwards, Angehöriger der Ngarinyin und Walmajarri, mit nackten Füßen auf dem feinkörnigen, orangebraunen Sandstein steht, spürt er eine tiefe Verbundenheit mit den 1,8 Milliarden Jahre alten Cockburn Ranges, die sich vor ihm erheben. Dieser raue und zugleich friedvolle Ort in der Wildnis der Kimberley Region am Ufer des Chamberlain River liegt nicht weit von der Stelle entfernt, an der seine Urgroßmutter einst das Licht der Welt erblickte. Hier spricht der Geist des Landes besonders deutlich zu ihm und verbindet ihn mit seinem reichen kulturellen Erbe.


Traumreisender Tremane Baxter-Edwards


Tremane, auch liebevoll Buster genannt, ist einer der beliebtesten kulturellen Reiseleiter der East Kimberley Region. Schon seit seinen jungen Teenagerjahren arbeitet er im El Questro Wilderness Park (in seiner Community auch als Marlabu bekannt), geleitet von den Geistern seiner Vorfahren.

„Die Arbeit in El Questro und auf diesem Land erinnert mich daran, wo ich bin. Dann stehe ich in Gedanken bei den Bergen, zusammen mit meiner Urgroßmutter und den Generationen meiner Familie vor ihr, die auf diese Berge geblickt und an diesen Naturpools und Flüssen gelebt haben. Dann halte ich inne und denke, was für eine Ehre und ein Privileg es ist, aus der ältesten noch lebendigen Kultur der Welt zu stammen, meine Sprache zu sprechen und die Geschichten zu erzählen, die ich als junger Mann gehört habe und die von Generation zu Generation weitergegeben werden“, sagt Buster.

Auf die Frage nach dem einen Ort, an den er Besucher besonders gerne bringt, um die Schönheit der Natur voll und ganz zu erleben, nennt er den Pigeon Hole-Aussichtspunkt auf dem Pentecost River in El Questro.


Gibb River Road, El Questro Wilderness Park


„Auf dem Land zu sein, fernab der geschäftigen Städte und umgeben vom Wind, der über die Bergketten streicht – das ist ein beeindruckendes Erlebnis! Und die Felsen im Licht der goldenen Stunde zu sehen ist ein ganz außergewöhnlicher Anblick.“

Doch um ein echtes Gefühl für einen Traumpfad zu bekommen, muss man, so Buster, barfuß gehen.

„Auf Spinifex zu treten, über heißen Sand zu gehen und die rostfarbenen alten Bergketten unter den nackten Füßen zu spüren – dieses intensive Gefühl ist mit Schuhen einfach nicht möglich. Man spürt so viel und das geht durch den ganzen Körper. Es ist eine körperliche Erfahrung, aber sie verbindet einen auch auf spirituelle Weise.“


Luftaufnahme der Pender Bay, Dampier-Halbinsel


Doch auch über diese bezaubernde Wildnis hinaus hat sich Buster einen Namen gemacht. Er ist tief mit seinem Land und seiner Gemeinschaft verbunden und setzt sich für regionale Entwicklung und die Stärkung junger Menschen ein.

Er arbeitet mit allen Ebenen der Regierung, Aboriginal Gemeinschaften und dem privaten Sektor zusammen und nimmt eine führende Rolle bei der Umsetzung politischer Maßnahmen und Programme ein, die Gemeinschaften stärken, wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen und auf gegenseitigem Respekt basierende Partnerschaften fördern.

Die Inspiration für diese Reise stammt, wie er sagt, von seiner Großmutter – einer sehr starken Frau, die ihr Leben der Vertretung der Aboriginal People in den Kimberleys und im ganzen Bundesstaat gewidmet hat.


Mimbi Caves Campground, Fitzroy Crossing


„Ich denke immer an sie, wohin ich auch gehe. Wo sie geboren wurde und welchen Weg sie zurückgelegt hat … eine Frau aus dem Busch, die buchstäblich unter einem Boab-Baum geboren wurde. Sie hat mich zu einem stolzen Aboriginal erzogen und es ist mein absoluter Traum, eines Tages das höchste politische Amt im Land innezuhaben und Premierminister von Australien zu werden.“

Angesichts seiner bedeutenden Vorfahren nimmt er diesen Traum alles andere als auf die leichte Schulter. Daher ist es durchaus möglich, dass er in nicht allzu ferner Zukunft an die Türen des Parliament House klopfen wird.


Veröffentlicht im Januar 2026.