Lernen Sie Aaron kennen

Aaron Green


Der Traumreisende Aaron Green ist ein westaustralischer Reisefotograf und visueller Geschichtenerzähler, der weniger bereiste Gegenden erkundet und Geschichten festhält, die drohen, mit der Zeit verloren zu gehen.

Mit seinem Projekt Lands Unseen begibt er sich abseits ausgetretener Pfade von weitläufigen Küstenlandschaften bis zu vergessenen Geisterstädten in die entlegensten Regionen des Bundesstaates und besucht dabei die dort verwurzelten Gemeinschaften, die diesen Orten Leben und Bedeutung verleihen.

In seiner Arbeit verbindet er großen Respekt vor der Geschichte mit einem cineastischen Blick für die Landschaft und hält die Schönheit, Widerstandskraft und stille Nostalgie der abgelegenen Regionen Westaustraliens fest.

Angetrieben von Neugier und dem Wunsch nach Verbundenheit möchte Aaron nicht nur die Orte selbst zeigen, sondern auch das Gefühl von Abenteuer und Staunen vermitteln, das sie hervorrufen. Damit rückt er eine Seite des Bundesstaates ins Licht, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.


Fragen und Antworten

Was gefällt Ihnen an einem Roadtrip durch Westaustralien am meisten?

Am meisten schätze ich an den Roadtrips in Westaustralien die Möglichkeiten. Eben noch bist du in Perth und ein paar Autostunden später befindest du dich in einem völlig anderen Ökosystem. Mal ist man zwischen riesigen, weitläufigen Salzseen, mal an der Küste mit hoch aufragenden Klippen über dem Wasser und wunderschönen weißen Stränden. Es gibt einfach so viel zu entdecken. Westaustralien bietet unglaublich viele Möglichkeiten.

Was macht Ihre Roadtrips zu unvergesslichen Erlebnissen?

Etwas, das mich jedes Mal aufs Neue tief berührt, sind die Sonnenuntergänge im Outback. Wenn man in den Rückspiegel schaut und der Staub im Licht der untergehenden Sonne hochwirbelt, kann man diese Landschaft nur ehrfürchtig bestaunen. Es ist ein ganz einfacher Moment, aber er geht mir jedes Mal unter die Haut. Es ist diese unglaubliche Weite, die man überall findet und die den Himmel riesig wirken lässt. Der Himmel leuchtet in einem atemberaubenden Farbverlauf, der von zarten Lilatönen bis zu warmen Orangetönen reicht. Und wenn dann die Sonnenstrahlen hindurchbrechen, ist der Anblick einfach überwältigend.

Die Weite Westaustraliens fotografisch zu erzählen, ist eine Herausforderung. Aber sobald man die Drohne aufsteigen lässt und auf den Horizont blickt, entstehen die Bilder fast von selbst. Man kann die Ausmaße dieses Bundesstaates erst erahnen, wenn beispielsweise mein Troopy oder ein anderes Objekt im Bild ist. Dann kann man einfach nur über die schiere Größe staunen.

Das spielt auch in Ihre Begeisterung für Station Stays hinein.

Was die Station Stays so einzigartig macht, ist ihre große Vielfalt: Vom Nordwesten bis zur Korallenküste ist nichts gleich. Selbst wenn man nur zwei Stunden von einer Station zur nächsten fährt, fühlt es sich jedes Mal wie eine ganz neue Erfahrung an.

Hören Sie auf Ihren Roadtrips eine bestimmte Musik?

Jede Gegend vermittelt ihre ganz eigene Stimmung. Zum Südwesten mit seinen tiefen Wäldern und der wunderschönen, weitläufigen Küste passt eher entspannte Musik, etwa von Bon Iver und ähnlichen Künstlern. Im Goldenen Outback ist die Stimmung eher bluesig-rockig und verlangt nach Musik von Tame Impala oder Lord Huron. Richtung Korallenküste wird es etwas tropischer – vielleicht ein bisschen French New Wave, Polo & Pan und viele Remixes, die die Atmosphäre dieser Küstenorte perfekt wiedergeben. Im Nordwesten läuft meist viel alter Blues. Er passt perfekt zu diesem Gefühl des alten australischen Lands.

Sie waren schon viel in Westaustralien unterwegs. Welcher Ort fühlt sich für Sie jedes Mal wie ein Traum an?

Hinter Israelite Bay, ganz am südwestlichen Rand: Wenn man von Esperance aus nach Israelite Bay fährt und noch ein Stück weiter, erreicht man einen Ort namens Bilbunya Dunes – riesige, hoch aufragende Dünen, die fast wie Berge wirken. Der gesamte Küstenabschnitt geht direkt in die Great Australian Bight über. Man kann dort direkt am Strand unter der Bight campen. Und jedes Mal sind die Sonnenuntergänge, der Ort, die Anfahrt und das ganze Erlebnis einfach traumhaft.

Eine Landschaft, die mich zu Beginn meiner Roadtrips wirklich überrascht hat, waren die Salzseen. Ich kam in die Gegend des Goldenen Outbacks bei Pithara und etwas nördlich von Wongan Hills, um diese Salzseen in allen Farben des Regenbogens zu sehen. Sie gehören für mich bis heute zu meinen Lieblingsorten und Lieblingsfotomotiven.

Was ist ein Traumreisender?

Ein Traumreisender ist jemand, der keine Angst hat, etwas außerhalb der Norm zu tun. Er hat einen Traum und verfolgt ihn einfach, ganz gleich, was andere darüber denken oder wie schwierig es sich anfühlt. Ich habe mich anfangs einfach ins Auto gesetzt, weil ich den Traum hatte, durch diesen wunderschönen Bundesstaat und dieses wunderschöne Land zu reisen. Auch wenn viele meiner Freunde und meine Familie das zunächst ziemlich seltsam fanden. Aber ich glaube, wenn man aus diesen gesellschaftlichen Normen ausbricht, lernt man viel über sich selbst und darüber, wozu man eigentlich fähig ist. Für mich ist ein Traumreisender jemand, der bereit ist, sich selbst wirklich kennenzulernen und herauszufinden, was in ihm steckt.

Meiner Meinung nach geht es beim Reisen nicht so sehr darum, sich selbst zu finden. Es geht vielmehr darum, sich selbst zu formen. Dabei entdeckt man in kleinen Landstädtchen und einer lokalen Kneipe viele kleine Dinge, die einen auf besondere Weise ansprechen.