Beitrag von Fleur Bainger

Menschen aus aller Welt reisen an, um die bezaubernde Kimberley Region in Westaustralien zu erkunden.

Die Kimberley Region gilt als eines der letzten wahren Wildnisgebiete der Erde und ist mit keiner anderen Region vergleichbar. Die Chance, ihre Wunder mit so wenigen Besucher zu teilen, gibt es wahrscheinlich nur einmal im Leben. Nach einer Zeit eingeschränkter Reisemöglichkeiten sollten Sie Ihren Fokus auf die weniger bekannte Ostseite der Kimberley Region richten. In der Outback-Stadt Kununurra sind Sie genau an der richtigen Stelle, um Ihre To-do-Liste mit diesen außergewöhnlichsten Erlebnissen in Angriff zu nehmen.

Tourist in Echidna Chasm, Purnululu National Park

Echidna Chasm, Purnululu-Nationalpark


1. Die bizarren Formationen der Bungle Bungle Range

Stellen Sie sich vor, Sie blicken 300 Meter in die Höhe auf Felskuppen, die in den Himmel ragen und vor Ewigkeiten entstanden sind. Sie berühren den rauen Sandstein, der seltsam rot und schwarz gefärbt ist, und spüren die Kühle im Schatten dieser Riesen. Die 350 Millionen Jahre alte Bungle Bungle Range im zum UNESCO-Weltnaturerbe zählenden Purnululu National Park ist vielen noch unbekannt. Erst in den 1980er-Jahren haben auch Nicht-Ureinwohner von ihr erfahren. Nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern hat bisher die enge Schlucht der Echidna Chasm durchschritten und die Cathedral Gorge erlebt, wenn sie vom Gesang der Aboriginal People erfüllt wird. Der 300 km von Kununurra entfernte Nationalpark lässt sich mit dem Auto besuchen. Alternativ können Sie auch mit dem Flugzeug anreisen, um sich ein Bild von der Größe dieses Naturphänomens zu machen. Zum Übernachten laden Glamping-Zelte und Buschhütten innerhalb des Nationalparks ein.


2. Lake Argyle, einer der größten Süßwasserseen der südlichen Hemisphäre

Stellen Sie sich den Hafen von Sydney vor, multipliziert um das Zwanzigfache. So viel Wasser passt in den Lake Argyle, ein majestätisches Gewässer, das etwa 70 km von Kununurra entfernt liegt. Als es in den 1970er-Jahren aufgestaut wurde, umschloss das Wasser zerklüftete Berge und schuf Dutzende von unbewohnten Inseln. Der Stausee dient auch als Wasserparadies für Naturrundfahrten, Kajakfahrer und „barbecue boaters“, die an den Süßwasserkrokodilen des Sees (sie sind harmlos – man kann gefahrlos schwimmen) sowie 240 verschiedenen Vogelarten vorbeigleiten. Unternehmen Sie einen Rundflug über den See, schließen Sie sich einer Bootstour bei Sonnenuntergang an oder genießen Sie den Blick über die flache Weite von Westaustraliens gefragtestem Infinity-Pool im Lake Argyle Resort (für Camper und Hotelgäste gleichermaßen zugänglich).


Paar wandert durch The Bungle Bungle Range, Purnululu National Park

Die Bungle Bungle Range, Purnululu-Nationalpark


3. Der dunkelste Nachthimmel der Welt

Sehen Sie in Westaustralien mehr Sterne, als Sie je für möglich gehalten hätten! Vielleicht erkennen Sie die Sternbilder sogar von der – offenen – Dusche im Wilderness Retreat der Faraway Bay aus. Oder Sie erkunden die dunkle Materie zusammen mit einem Aboriginal Guide von Kingfisher Tours, der Ihnen die alten Astrologie-Theorien erklärt. Oder Sie betrachten die Milchstraße vom Deck eines Kimberley-Kreuzfahrtschiffs aus. In den Kimberleys strahlen die Sterne wie Taschenlampen, ungestört von städtischen Lichtquellen. Sie werden unsere Galaxie nie wieder auf die gleiche Weise erleben.


4. King George Falls, der höchste Doppel-Wasserfall Westaustraliens

An einem abgelegenen Ort in Westaustralien ergießt sich das Wasser aus der zwei Milliarden Jahre alten Erdkruste 100 Meter in die Tiefe und strömt dann in den dunklen King George River. Ein kurvenreicher Weg zwischen den langsam ansteigenden, rostroten Klippen führt zu den Wasserfällen, die in der ersten Jahreshälfte am stärksten strömen. Wandern Sie oder fliegen Sie mit dem Hubschrauber zu den ruhigen Pools an der Spitze, um in kristallklarem Süßwasser zu baden. Sie erreichen den Wasserfall auch mit einem Rundflug von Kununurra aus oder per Boot vom nahe gelegenen Wyndham. Bei Letzterem kommen Sie womöglich mit dem erfrischenden Nass hautnah in Berührung.


5. Die unvergleichliche Gibb River Road

Diese 660 Kilometer lange, häufig unebene Outback-Route ist für Australier eine Art Ritual. Sie führt an einigen der bemerkenswertesten Schluchten, Rinderfarmen und Wildnis-Camps der Kimberleys vorbei. In Richtung Kununurra stoßen Sie in El Questro auf die palmengesäumten Zebedee Springs, die sich auftürmenden Felswände der Chamberlain Gorge und das zum Baden einladende Wasser im Pool der Emma Gorge. Digger's Rest Station ist ein Eldorado für Reiter, während Sie bei der Ellenbrae Station Buschwanderungen unternehmen und die herzliche Gastfreundschaft genießen können. Und von überall hat man einen herrlichen Blick auf den Steilhang der Cockburn Range.

Luftaufnahme von King George Falls, Wyndham

King George Falls


6. Die „anderen“' Bungle Bungles

Die wenigsten Besucher wissen, dass es nur zwei Kilometer von Kununurra entfernt eine Mini-Version der Bungle Bungles gibt. Der Mirima National Park ist ebenfalls 350 Millionen Jahre alt und seine geschichteten Sandsteinformationen zeigen sich in verschiedenen Rottönen, die bei Sonnenuntergang leuchten. Der Park, der im Volksmund auch Hidden Valley genannt wird, bietet vier Wanderwege. Einer dieser Pfade ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet, während ein anderer über eine Treppe eine steile Felswand hinaufführt, von der aus man einen herrlichen Ausblick hat. Häufig werden Wallabys, Sonnenastrilde (Prachtfinken) und Schwarzmilane gesichtet. Mirima kann man das ganze Jahr über besuchen.


7. Die faszinierende indigene Kultur

Etwa 40 Prozent der 35.000 Einwohner der Kimberleys sind Aboriginal People. Somit ist die Region einer der besten Orte in Westaustralien, um mit der ältesten noch lebendigen Kultur der Welt in Berührung zu kommen.

Sehen Sie zu, wie eine Boab-Nuss mit traditionellen Motiven der Miriwoong verziert wird, und erkunden Sie die kunstvoll angelegten Gärten des Kunstzentrums Waringarri Aboriginal Arts in Kununurra. Erfahren Sie auf einem Rundflug mit Kingfisher Tours, welcher Landstrich zu welcher Sprachgruppe gehört, und bewundern Sie anschließend mit einem Gija-Führer die uralten Felsmalereien der Aboriginal People in Purnululu.


Aborigine-Künstler im Waringarri Aboriginal Arts Centre, Kununurra

Waringarri Aboriginal Arts Centre, Kununurra


Unser Tipp:

In den Kimberleys gibt es zwei Jahreszeiten: die Trockenzeit (April bis Oktober) und die „waterfall season“ (November bis März). Die Trockenzeit bringt angenehme Temperaturen mit sich, während es in der Regenzeit wasserfallartige Niederschläge geben kann. Ein Besuch zu Beginn der Trockenzeit bietet die besten Voraussetzungen, um die Wasserfälle zu besichtigen.


Schon gewusst?

Kununurra liegt am östlichen Ende der Gibb River Rd. Sie können die Straße in jede Richtung befahren, wobei Derby das westliche Ende bildet.


Buchen Sie rechtzeitig für:

Das Argyle Diamonds Ord Valley Muster, das größte Festival der Kimberleys. Dies ist ein jährlich stattfindendes Fest, das Musik, Yoga, Comedy, Kunst, Natur, traditionelles Corroboree, Rodeo und vieles mehr vereint.

Luftaufnahme der Route nach Purnululu von Mimbi Caves, Gibb River Road

Unterwegs von den Mimbi Caves nach Purnululu, Gibb River Road


Veröffentlicht im Mai 2021.