Walhaie, Seelöwen und vieles mehr: Die Meeresbewohner von Westaustralien laden ein zu Abenteuern.
Vorgestellt von Carolyn Beasley
Vom Strand aus betrachtet liegt das Ningaloo Reef (Nyinggulu) still da. Lediglich eine sanfte Brise auf dem Meer kräuselt das aquamarinblaue Wasser, eine Idylle wie auf einer Postkarte. Aber unter der Oberfläche verbirgt sich eine andere Welt. Hier herrscht ständige Bewegung, es ist ein pulsierendes Ökosystem mit Schildkröten, Strömungen, Plankton, Walhaien, Korallen und Gezeiten.
Das Ningaloo Reef ist wohl der bekannteste Ort, um wundersame Meeresbewohner zu beobachten. Aber die relativ unberührte Küste Westaustraliens erstreckt sich über Tausende von Kilometern und bietet weitere aufregende Erlebnisse. Im Nordwesten gibt es warme Tropen, im Südwesten herrschen kühlere Temperaturen und überall lädt das Meer zu Abenteuern ein.
Viele Reisende machen Halt in Ningaloo, dem Ort, an dem fantastische Meeresgiganten zu Hause sind. Für ein Leben an Land, wo die Auswirkungen der Schwerkraft größer sind als im Wasser, sind sie zu schwer. Im warmen indischen Ozean hingegen bewegen sie sich schnell und anmutig wie Adler. Von April bis Juli (häufig sogar bis Oktober) schwimmen Walhaie an der Oberfläche hin und her und filtern Planktonwolken. Auf den ersten Blick wird der größte Meeresfisch irgendwie surreal. Sie können direkt neben dem gepunkteten Ungetüm herschnorcheln. Lizenzierte Veranstalter wie Live Ningaloo sorgen dafür, dass dieses Erlebnis im Einklang mit der Natur stattfindet und sicher ist.
Walhai, Ningaloo Marine Park
Von August bis Oktober tummeln sich Buckelwal-Mütter gefolgt von ihren etwas tollpatschigen, verspielten und riesigen Babys an der Meeresoberfläche. Wenn die Bedingungen stimmen, können glückliche Schwimmer eine Bootstour bei einem lizenzierten Veranstalter wie Ningaloo Whaleshark Swim buchen, um mit den Buckelwalen im Meer zu schwimmen, die anmutigen Bewegungen unter Wasser zu beobachten und den eindringlichen Gesängen zu lauschen.
Mantarochen wandern nicht, sie bleiben das ganze Jahr über in Ningaloo. Besonders häufig sind sie in der Coral Bay anzutreffen. Buchen Sie eine Tauchtour bei Coral Bay Ecotours, und mit etwas Glück können Sie bewundern, wie diese Meeresgiganten mit einer Flossenspanne von vier Metern erstaunlich anmutig durch das Wasser tanzen.
Neben der Megafauna gibt es aber auch Wunder in klein zu bestaunen. Waten Sie mit Schnorchel und Taucherbrille ins Meer und suchen Sie nach den winzigen Weihnachtsbaumwürmern mit ihren knallgelben Tentakelkronen. Entdecken Sie blinde Garnelen, die Höhlen für ihre Symbiosegrundel graben, und außerirdisch anmutende Tintenfische, die ihre Form so verändern, dass sie sich in kleinste Felsspalten zwängen können.
Kajakfahrern bei einer Tour mit der Exmouth Adventure Company
Wer den Kopf lieber über Wasser hält, kann die Korallengärten von einem Glasbodenboot von Ningaloo Glass Bottom Boat bewundern oder eine Kajakfahrt bei der Exmouth Adventure Company buchen. Meeresschildkröten begleiten einen eigentlich fast immer neben dem Kajak.
Ningaloo Reef ist spektakulär, keine Frage. Aber die endlos lange Küste von Westaustralien hat noch viel mehr zu bieten.
Der scheue Dugong wurde durchaus schon in der Nähe von Ningaloo gesichtet. In den UNESCO-Welterbestätten ist jedoch Shark Bay (Gutharraguda) als Hotspot aufgeführt. An diesem traumhaften Ort grenzen rostfarbene Dünen an das türkise Meer. Perfect Nature Cruises bietet hier Wildtiertouren auf Segelbooten an. Sie sind so leise, dass sich auch die scheuen Dugongs manchmal zeigen.
Neugieriger Seelöwe – Turquoise Safaris, Jurien Bay
Weiter südlich in der Jurien Bay begrüßen die seltenen australischen Seelöwen häufig die Tourboote von Turquoise Safaris oder Jurien Bay Oceanic Experience. Wenn Schwimmer im Wasser sind, sind die neugierigen Tiere direkt zur Stelle. Sie untersuchen alles ganz genau und hoffen auf lustige Spielchen mit den seltsamen Landbewohnern, die ihre Welt erkunden.
In der Nähe von Perth (Boorloo) veranstaltet Perth Wildlife Encounters umweltverträgliche Delfintouren von Rockingham aus. Wie die Seelöwen haben auch die wilden großen Tümmler keine Angst vor Kontakt mit Menschen und sind immer auf der Suche nach Entertainment. Gäste in Neoprenanzügen müssen sich eigentlich nur an der Oberfläche treiben lassen, dann ist der Kontakt mit den neugierigen vorbeizischenden Delfinen vorprogrammiert.
Im nahegelegenen Mandurah (Mandjoogoordap) bietet Mandurah Cruises eine Tour an, bei der Sie Wale vom Boot aus beobachten können. Fahren Sie mitten in die funkelnde Mandjar Bay hinaus, in der ungefähr 100 wilde Delfine zu Hause sind, und erleben Sie hautnah, wie diese Akrobaten des Meeres neben dem Boot Freudensprünge machen.
Busselton Jetty, Südwesten
Ein weiteres „trockenes“ Abenteuer können Sie in Busselton (Undalup) erleben. Busselton Jetty ist der längste Holzpfahlsteg der südlichen Hemisphäre und acht Meter unter der Meeresoberfläche bietet das Underwater Observatory ein Fenster zu einer geheimen Welt. Flauschige Weichkorallen an den Pfeilern wogen in der sanften Strömung, Hulafische führen einen Tanz auf und gestreifte Doppel-Rückenflosser schwimmen zwischen der Stegkonstruktion umher.
Das vielleicht wildeste Abenteuer können Sie vor der Bremer Bay an der zerklüfteten südlichen Küste erleben. Zwischen Januar und April fahren die Veranstalter Naturaliste Charters und Whale Watch Western Australia über 60 Kilometer hinaus zum Bremer Canyon in der Tiefsee, in der Hoffnung, die größte Ansammlung von Orkas (Killerwalen) in der südlichen Hemisphäre zu sichten. Manchmal werden Gäste sogar Zeuge der rauen Gesetze der Natur, wenn der Spitzenprädator Jagd auf einen anderen Wal macht. Da das Wasser sehr nährstoffreich ist, sind hier auch Blauwale, Pottwale, Grindwale, Schnabelwale, Delfine, Robben, Sonnenbarsche und Albatrosse zu Hause. Eine so große Vielfalt an faszinierenden Meeresbewohnern gibt es an kaum einem anderen Ort der Erde.
Die gesamte Küste Westaustraliens ist buchstäblich das Tor zu einer verborgenen Welt mit fabelhaften Lebewesen. Abenteurer sind herzlich willkommen, das salzige Meerwasser auf der Haut zu spüren und die Wunder zu entdecken. Sie müssen einfach nur eintauchen.
Veröffentlicht im Februar 2026.