Vorgestellt von Carolyn Beasley
An der von Granitfelsen geprägten Küste entlang und vorbei an aquamarinblauen Buchten geht es ins Landesinnere mit seinen hohen Wäldern, idyllischen Weinbergen und charmanten Dörfern. Die South West Edge ist ein Roadtrip, den jeder erleben sollte und auch erleben kann.
Gute Nachrichten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität: Auf der 9- bis 14-tägigen Route gibt es viele rollstuhlgerechte Erlebnisse. Jaimen Hudson, Fotograf, Reiseveranstalter und Rollstuhlfahrer, berichtet über einige seiner besten Erlebnisse im Südwesten zwischen Perth (Boorloo) und Esperance (Kepa Kurl).
Dolphin Discovery Centre
Südlich von Perth führt die Route nach Bunbury, wo sich am Rand der Koombana Bay das Dolphin Discovery Centre befindet, das speziell auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer ausgelegt ist. Hier rollt Jaimen durch das Informationszentrum und sieht sich die Aquarien mit einheimischen Arten und das Digital Dolphinarium mit Rundumansicht an. Von hier aus können Sie einen Strandrollstuhl ausleihen und sich zu den wilden Delfinen gesellen, die direkt vor dem Informationsbereich vorbeischauen.
Bunbury Dolphin Discovery Centre, Bunbury
Cape to Cape Explorer Tours
Lassen Sie sich Zeit auf den ersten dreieinhalb Kilometern des spektakulären Cape to Cape Track zwischen Cape Naturaliste Lighthouse und Sugarloaf Rock. Dieser Streckenabschnitt ist barrierefrei und führt über Asphalt- und Holzbohlenwege. Für Jaimen, der im Frühling hier unterwegs war, zählte dieser Ort zu den absoluten Höhepunkten seiner Reise.
„Dieser fantastische Wanderweg führt direkt an der Westküste Australiens entlang. Man sieht in der Ferne jede Menge Buckelwale, die vor dieser wunderschönen, zerklüfteten Küste aus dem Wasser auftauchen.“
Folgen Sie Jaimens Tipp und buchen Sie eine private dreistündige Tour bei Cape to Cape Explorer Tours. Dabei erfahren Sie Spannendes über die einzigartige Geologie, die spektakuläre Pflanzen- und Tierwelt der Kap-Region sowie über die Geschichte des Volks der Wardandi Noongar und der europäischen Siedler.
Mammoth Cave
Es gibt mehr als 100 Höhlen im Kalksteinkarst unter der Margaret River Region. Mehrere davon sind für die Öffentlichkeit zugänglich und ein Teil der Mammoth Cave ist sogar für Rollstühle geeignet. Folgen Sie dem Holzbohlenweg durch das unberührte Buschland und erkunden Sie mit einem Audioguide auf eigene Faust rund 50 Meter der Höhle bis zur ersten hohen Kammer. Bestaunen Sie die größten Stalaktiten der Region, die vier bis fünf Meter von der Decke hängen. Erfahren Sie mehr über die Tausenden von Fossilien, die hier gefunden wurden, darunter auch Überreste gigantischer ausgestorbener Megafauna wie Riesenwombat und Beutellöwe.
Mammoth Cave, Margaret River
Amaze'n
Südlich von Margaret River liegt Amaze'n, ein Ausflugsziel, das unabhängig von körperlichen Einschränkungen Spaß für die ganze Familie bietet. Jaimens Familie hat sich mit viel Vergnügen im riesigen Heckenlabyrinth verirrt, den 18-Loch-Minigolfplatz ausprobiert und den fünf Hektar großen Garten erkundet. Bringen Sie ein Picknick oder etwas zum Grillen mit oder essen Sie im rollstuhlfreundlichen Café, das sich auf regionale Produkte spezialisiert hat. Und probieren Sie auf der schattigen Veranda unbedingt die Scones mit hausgemachter Marmelade.
Donnelly River Cruises
Nur 25 Autominuten von Pemberton entfernt liegt der untere Donnelly River mitten im D’Entrecasteaux National Park und ist ausschließlich mit dem Boot erreichbar. Jaimen erlebt hier eine unerwartet erfreuliche Überraschung.
„Eine Bootsfahrt mit Donnelly River Cruises hätte ich sonst nie gemacht, weil ich nicht gewusst hätte, dass sie barrierefrei ist“, sagt Jaimen. Das kleine Boot senkt eine Bugrampe ab und Jaimens Rollstuhl kann direkt an Bord rollen. Die vierstündige Fahrt führt durch eine verborgene Welt aus Jarrah-, Karri- und Marri-Wäldern, vorbei an Paperbarks-Bäumen und durch Feuchtgebiete und endet schließlich an Kalksteinklippen und am Meer.
Donnelly River Cruise, Pemberton
Valley of the Giants Tree Top Walk
Seit seinem Unfall im Alter von 17 Jahren konnte Jaimen auf keinen Baum mehr klettern. Umso bewegender war es daher für ihn, auf dem Valley of the Giants Tree Top Walk in die Baumkronen einzutauchen. Der Baumwipfelpfad besteht aus einem 600 Meter langen, barrierefreien Gittersteg, der mitten durch die einzigartigen Tingle-Baumriesen führt. Da das Gelände des Tals abfällt, befinden sich die Besucher in einer Höhe von 40 Metern. Unten auf dem Boden bietet der 500 Meter lange barrierefreie Holzbohlenweg „The Ancient Empire“ eine ganz andere Perspektive.
The Gap und Natural Bridge
Fahren Sie Richtung Süden nach Albany (Kinjarling) zu einem weiteren von Jaimens Lieblingsorten: The Gap und Natural Bridge im Torndirrup National Park. Die gewaltigen Wellen des Southern Ocean haben hier eine tiefe Rinne in die Granitfelsen gegraben. Eine barrierefreie Gitterplattform schwebt direkt über der Kluft und bietet einen Logenplatz für dieses Naturschauspiel. Der Weg führt weiter zu The Natural Bridge, wo Wind und Wasser die Felsen auf ganz eigene Weise zu einer natürlichen Granitbrücke geformt haben, die über eine ausgehöhlte Bucht führt.
The Gap, Torndirrup National Park
Das National Anzac Centre
Das National Anzac Centre in Albany ist ein ebenso informativer wie bewegender Ort. Es schwebt förmlich über dem Mount Clarence und bietet einen Blick auf den King George Harbour, jenen Ort, von dem aus 40.000 australische und neuseeländische Soldaten in den Ersten Weltkrieg aufbrachen.
„Man spürt eine fast spirituelle Präsenz in diesem Gebäude“, sagt Jaimen. „Man hört nicht nur die Geschichte, sondern kann sehen, wo sie waren, wenn man aus dem Fenster schaut.“
Ein weiterer unvergesslicher Blick von der South West Edge.
National Anzac Centre, Albany
Veröffentlicht im Mai 2024.