Lernen Sie Cam kennen

Cam Bostock

Der Traumreisende Cam Bostock ist ein abenteuerlustiger Content Creator aus Westaustralien, der seine tiefe Verbundenheit mit seinem Heimatstaat in jede Wanderung, jede Expedition und jeden Film, den er produziert, einfließen lässt.

Geboren und aufgewachsen in der Region Perth, prägt Cams Leidenschaft für die einzigartigen Landschaften Westaustraliens sowohl sein Storytelling als auch seinen Outdoor-Lebensstil.

Von Küstendünen über Jarrah-Wälder bis zu den Pisten des Outbacks: Cam begann damit, lokale Wege wie den Bibbulmun Track und den Munda Biddi Trail zu erkunden, bevor er seine Abenteuer ausdehnte und spektakuläre Routen wie den 3.000 Kilometer langen Te Araroa Trail in Neuseeland dokumentierte.

Auf Instagram, auf YouTube und in seinem Podcast „The Life Outside“ zeigt Cam die raue Schönheit und den Abenteuergeist Westaustraliens. Er lädt seine Follower ein, Bildschirmzeit gegen echte Entdeckungen einzutauschen, an einem Ort, an dem sich Wildnis zugleich nah und unberührt anfühlt.

Mit jeder Geschichte und jedem Schritt macht Cam deutlich, dass Westaustralien sein persönlicher „Spielplatz“ und Ausgangspunkt für Reisen in die ganze Welt ist. Er beweist, dass große Abenteuer oft direkt vor der Haustür beginnen.


Fragen und Antworten


Welches Wandererlebnis werden Sie nie vergessen?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir meine erste Fernwanderung überhaupt, auf dem Bibbulmun Track, dem längsten Wanderweg in Westaustralien. Er erstreckt sich von Perth bis hinunter zur Südküste und nach Albany. 2021 stellte ich mich der Herausforderung, die gesamten 1.000 Kilometer zusammen mit einem Freund zu Fuß zurückzulegen. Dabei entdeckte ich meine Leidenschaft für Fernwanderungen. An diesen Weg habe ich unzählige schöne Erinnerungen: wie ich immer wieder alles aus meinem Körper herausholte und die beeindruckende landschaftliche Vielfalt entlang der Route erlebte, von der Südküste mit ihren Stränden über uralte Wälder bis zum Darling Scarp nahe Perth. Es war eine unglaubliche Erfahrung.

Im Oktober habe ich mich zum zweiten Mal auf den Weg gemacht. Als persönliche Herausforderung wollte ich dieses Mal den Bibbulmun Track schneller wandern. Ich versuchte, den Trail in der schnellsten bekannten Zeit ohne Unterstützung zu bewältigen. Das war hart. Ich habe den Bibbulmun Track in 14 Tagen geschafft und durchschnittlich etwa 72 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Auf meinem Weg habe ich die Schönheit dieser Strecke genossen und bin gleichzeitig an meine Grenzen gegangen. Genau das ist einer der Gründe, warum ich das Wandern so liebe.

Woher kommt dieses Interesse am Wandern?

Ich war Anfang zwanzig, als ich in Perth zum ersten Mal einige der Wanderwege erkundete. Ich habe mich sofort in die Wildblumen, die Wasserfälle, die Hügel und die lokalen Trails verliebt. Sie sind etwas ganz Besonderes. Ich war vielleicht 21 oder 22, als mich ein Freund auf meine erste Übernachtungswanderung auf dem Bibbulmun Track mitnahm. Es war ein kurzer Abschnitt südlich von Perth. Damals habe ich entdeckt, wie sehr ich es liebe, längere Zeit draußen in der Natur auf den Wanderwegen zu verbringen, dort zu schlafen und diesen Ort für eine kurze oder auch längere Weile zu meinem Zuhause zu machen. Von da an begann ich, nach längeren und abwechslungsreicheren Trails im ganzen Bundesstaat zu suchen. Meine Begeisterung fürs Wandern stieg von Mal zu Mal. Mittlerweile beherrscht das Wandern meine Gedanken.

Sie sind auf der ganzen Welt gewandert. Wie schneiden die Trails in Westaustralien im internationalen Vergleich ab?

In den letzten Jahren habe ich in anderen australischen Bundesstaaten und auch weltweit zahlreiche Wanderwege erkundet. Und jedes Mal merke ich, wie sehr mir Westaustralien fehlt, wenn ich unterwegs bin. Wir haben hier erstklassige Trails und einige der beeindruckendsten Mehrtagesstrecken der Welt. Die Organisationen, die sich um diese Wanderwege kümmern, leisten hervorragende Arbeit bei ihrer Instandhaltung.

Was ich an den Wanderwegen in Westaustralien besonders schätze und worin wir meiner Meinung nach besser sind als die meisten anderen Ländern, ist ihre Niedrigschwelligkeit. Ob Anfänger oder erfahrener Wanderer, hier kann jeder relativ unbeschwert zu Tages- oder Mehrtageswanderungen aufbrechen. Der Bibbulmun Track ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür: Er wird hervorragend gepflegt und verfügt über 49 Campingplätze mit Toiletten, Unterständen und Wassertanks. Gerade für die erste Übernachtungswanderung ist das ideal. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, wo man schläft oder wo man Wasser findet. Das liebe ich an den Wanderwegen in Westaustralien.

Außerdem gibt es hier eine Vielfalt, die man sonst nirgendwo auf der Erde findet. Den Wanderer erwarten Berge, Küsten, Wälder und trockene Wüstenlandschaften. Weiter nördlich in Pilbara laden viele unterschiedliche Trails in spektakulären Gegenden zum Erkunden ein.

Wie bereiten Sie sich körperlich und mental auf solche längeren Wanderungen vor?

Meine Frau und ich gehen jeden Morgen fünf bis zehn Kilometer. Dabei trage ich oft meinen Rucksack, um das Gewicht zu simulieren und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es auf der Tour sein wird. Bei langen Wanderungen spielt der mentale Aspekt eine große Rolle. Am besten kann man sich wohl darauf vorbereiten, indem man einfach wandert. Man kann zum Beispiel klein anfangen und im örtlichen Park oder auf den Wanderwegen in der Nähe ein paar Kilometer zurücklegen. Mit der Zeit baut man dann Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen auf. Das ist es, was ich in den letzten fünf Jahren gemacht habe. Ich habe meine Wanderungen nach und nach immer weiter ausgedehnt. Inzwischen fühle ich mich sehr wohl dabei, einen Monat am Stück auf einem Trail unterwegs zu sein.

Welchen Trail würden Sie jemandem empfehlen, der ein solches traumhaftes Erlebnis sucht, um einmal richtig abzuschalten?

Wer wirklich die Abgeschiedenheit sucht und mitten in der Natur sein möchte, dem würde ich Bluff Knoll im Südwesten des Stirling Range National Park empfehlen. Das ist einer meiner Lieblingswege in Westaustralien und wahrscheinlich auch einer der markantesten. Es ist der höchste Berg im Südwesten. Der Aufstieg ist spektakulär und körperlich fordernd, aber die atemberaubende Aussicht vom Gipfel ist die Anstrengung wert. Obwohl der Trail anspruchsvoll ist, ist er für viele Menschen gut zu bewältigen. Am liebsten mache ich mich sehr früh auf den Weg, um den Gipfel zum Sonnenaufgang zu erreichen und zu beobachten, wie die Sonne über dem Stirling Ridge aufgeht. Das ist eines der beeindruckendsten Erlebnisse in Westaustralien.

Wie gelingt es Ihnen, in Ihren Geschichten den Geist und die besondere Magie der Trails in Westaustralien einzufangen?

Das ist ganz einfach. Wenn ich unterwegs bin, fällt es mir leicht, authentisch zu bleiben, selbst wenn ich in eine Kamera spreche, weil ich das alles wirklich so empfinde. Mein Ziel ist es, andere Menschen zu inspirieren, hinaus in die Natur zu gehen. Ich weiß, wie gut es tut, Zeit in der Natur zu verbringen, und möchte, dass andere Menschen das ebenfalls erleben.


Was ist ein Traumreisender?

Ein Traumreisender ist jemand, der nach mehr strebt und sich immer wieder verbessern und weiterentwickeln möchte. Deshalb liebe ich das Wandern: Es ist eine Möglichkeit, die eigene Komfortzone zu verlassen und eine neue Seite an sich zu entdecken. Ich versuche, das in allen Bereichen meines Lebens umzusetzen – größer zu träumen. Ein Traumreisender sucht bewusst die Herausforderung und findet dabei etwas Größeres in sich, etwas, das er zuvor nicht für möglich gehalten hätte.