In der Margaret River-Region im Südwesten gibt die Natur den Ton an und der Wind erzählt Geschichten über die Traditionen der Noongar


Vorgestellt von Carolyn Beasley


Der rosa eingefärbte Himmel in der sommerlichen Morgendämmerung im Südwesten wird untermalt von einer besonderen Geräuschkulisse: das Rascheln der Baumkronen, eine sanfte Brise, die ostwärts über das Land zieht, sowie das fröhliche Zwitschern der Singvögel. Wenn die Hitze kommt, ziehen sich die Kängurus in den Schatten zurück. Zum Glück lässt die willkommene Abkühlung nicht lange auf sich warten: der kühle, salzige Südwestwind direkt vom Meer bringt Erleichterung. Im Kalender der Noongar heißt diese Zeit Birak (erster Sommer) und Bunuru (zweiter Sommer). In allen sechs Jahreszeiten des Kalenders der Noongar erzählt uns die Stimme des Windes etwas: über Kultur, darüber, dass Dinge in ständiger Bewegung sind, und er ruft das Volk ins Land.

Der Wind weht im Einklang mit den Jahreszeiten und verändert die Landschaft entsprechend. Die Luft ist voller Samen und Pollen, die die Grundlage für Lebensräume sind. Diese Elemente bestimmten das Leben der Noongar und bestimmen auch heute noch das Erscheinungsbild der Margaret River-Region.


Koomal Dreaming, Ngilgi Cave Ancient Lands Experience


Wer heute die Kultur der Noongar kennenlernen möchte, sollte eine Tour bei Josh Whiteland von Koomal Dreaming buchen und ihm durch duftende einheimische Pfefferminzbaumwälder und das Buschland an der Küste folgen. Der Wadandi Noongar erzählt bei kleinen Pausen etwas über saisonale Buschnahrung und medizinische Heilpflanzen in diesem Busch-Supermarkt. Die Tour geht weiter zur uralten Kalksteinhöhle Ngilgi Cave, wo Josh das andächtige Schweigen der Natur mit seinem Didgeridoo durchbricht. Die alten Rhythmen gehen Besuchern durch Mark und Bein; ein surrealer Moment, in dem die Zeit stillsteht.

Wenn der Herbst, oder Djeran im Kalender der Noongar, die warmen Sommermonate verdrängt, wirbelt eine launische Brise die heruntergefallenen bernsteinfarbenen Blätter der Weinreben in der Margaret River Weinregion auf. Die kühlen Meeresbrisen sind die Klimaanlage der Natur und beeinflussen das maritime Klima dieser erstklassigen Weinregion. Sie tragen auch dazu bei, dass es hier ein großes Angebot vorzüglicher kulinarischer Tropfen gibt. Ein Besuch im Weinkeller ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Im Herbst sind die Bedingungen allerdings nahezu perfekt: eine leichte Brise und milde Temperaturen laden zum Speisen im Freien ein oder zu Spaziergängen auf dem Gelände sagenumwobener Orte wie Clairault Streicker und Voyager Estate. Natürlich gibt es auch Weintouren wie Wine for Dudes, eine der besten Luxus-Verkostungen, mit viel Spaß in ungezwungener Atmosphäre.


Singlefile Wines-Weinberg in Denmark


Weitere köstliche Getränke gibt es Richtung Südosten in der Weinregion Denmark, die inmitten von hoch aufragenden Wäldern, verlassenen, windigen Stränden und magischen Pools wie Elephant Rocks liegt. Etwas stadtauswärts können Sie sich bei Singlefile Wines kostenlos durch die hervorragende Weinauswahl probieren. Bringen Sie Ihr Picknick mit und genießen Sie die friedvolle Stille des Weinbergs mit flatternden Enten und flüsternden Karri-Bäumen.

Die Margaret River-Region ist aber nicht nur für ihre Weine bekannt. Auch die Surf-Community fühlt sich hier zu Hause. Es gibt Buchten, Strände und Landzungen in verschiedenste Richtungen, da ist vom Anfänger bis zum Profi für jeden die richtige Welle dabei. Die morgendlichen ablandigen Winde im Herbst sind mild und sorgen für große Surfwellen. Anfänger sollten einen Kurs bei der Margaret River Surfing Academy buchen. Wer einmal den Kick auf der Welle erlebt hat, kommt in der Regel nicht mehr davon los.

In der stürmischen und kälteren Jahreszeit Makuru wühlen böige Winde aus Westen und Südwesten das Meer auf und die Noongar verlassen die Küste und ziehen sich in geschützte bewaldete Gebiete zurück. Die Karri-Bäume im Boranup Forest sind das ganze Jahr über ein echter Hingucker. Wenn die hellen Stämme im Regen glänzen und durch den mystischen Nebel schimmern, wähnt man sich in einer anderen Welt. Wer allerdings Abendteuer in schwindelerregender Höhe liebt, schnallt sich bei Forest Adventures einen Gurt um. Der Hochseilgarten in 19 Metern Höhe im Ludlow Tuart Forest bietet Adrenalinkicks für alle: Klettern, sich in die Tiefe stürzen und an einer Seilrutsche durch den Wald donnern.


Trüffel, Manjimup


Der kalte Winter bietet ein kulinarisches Highlight: Es ist Trüffel-Zeit. Die köstlichen Pilze werden auf dem fruchtbaren Boden von Manjimup, Pemberton und Margaret River angebaut. Buchen Sie eine Trüffelsuche mit anschießendem Mittagessen auf der Margaret River Truffle Farm. Spürhunde suchen nach den unterirdischen Köstlichkeiten, die dann ganz frisch über Ihr Mittagsmahl gerieben werden.

In der Noongar-Jahreszeit Djilba kommt die Sonne wieder häufiger heraus und richtig warm wird es in der dann folgenden Jahreszeit Kambarang. Nun wehen die Frühlingswinde über das Land und verteilen den süßen Duft der Akazien und einheimischen Glyzinien. Die Wildblumenblüte im Südwesten ist schlicht atemberaubend, wenn das Blumenmeer auf Landzungen und Küstenklippen im Wind wogt wie in einem von der Natur angelegten Garten. Gemäß der Tradition würden die Älteren der Noongar ihre Familien jetzt zurück an die Küste führen, um Fisch und Meeresfrüchte zu genießen und durch die pinken Puschel der Rice Flowers, die knallgelben Bauwollblüten und die langen Stängel der Grasbäume zu spazieren.

Wer im Frühling vor Ort ist, sollte die Wanderschuhe schnüren und sich auf den Cape to Cape Track begeben, der auch durch den wunderschönen und in dieser Zeit farbenprächtigen Leeuwin-Naturaliste National Park führt. Mehrtägige Abenteuer mit Rundum-Service gibt es bei Cape2Camp. Wanderer reisen dabei mit leichtem Gepäck und kommen abends im bereits aufgeschlagenem Lager an.


Reiseleiter und Gruppe, Cape to Cape Track


Im Frühling können Wanderer häufig vom Weg aus beobachten, wie Buckelwale im vom Wind aufgewühlten Meer die Wellen durchbrechen und mit ihre Schwänzen auf das Wasser schlagen. Es gibt Tage, da ist das Meer spiegelglatt. Dann sind nur der Blas und die kleinen Nebelwolken zu sehen, die das Licht einfangen und sich dann in nichts auflösen. Es ist, als würden die Wale den Wanderern zuwinken und einen salzigen Gruß an Land senden.


Veröffentlicht im Februar 2026.