Vorgestellt von Carolyn Beasley


Die South West Edge ist nicht nur ein Roadtrip zu wilden, unberührten Küsten und hoch aufragenden, einzigartigen Wäldern, sondern bietet auch eine überraschende Anzahl von rollstuhlgerechten Attraktionen. Begleiten Sie Jaimen Hudson, Fotograf, Reiseveranstalter und Rollstuhlfahrer, auf seiner Reise mit der Familie durch den unvergesslichen Südwesten.


Eine Gruppe von Delfinen sticht aus einer türkisfarbenen Welle hervor, gefolgt von einem Schleier aus Gischt. Es ist ein Moment purer Freude, festgehalten von einer Drohne und dazu bestimmt, Tausende von Menschen zu inspirieren, nach Esperance (Kepa Kurl) zu reisen, wo sich diese Szene abspielt.

Der Fotograf Jaimen Hudson betreibt hier auch ein Reiseunternehmen, aber für Jaimen selbst ist das Reisen nicht immer einfach. Seit einem Unfall im Alter von 17 Jahren ist er querschnittsgelähmt (Tetraplegiker) und setzt sich heute für Barrierefreiheit ein.

Zum Glück tut sich etwas bei barrierefreiem Reisen. Während Jaimen und seine Frau ihre beiden kleinen Kinder ins Auto laden, sprechen sie über die neun Tage, die vor ihnen liegen. Ausgangspunkt ist Perth (Boorloo) und Ziel ist ihre Heimatstadt Esperance. Dazwischen liegen schroffe Küstenlandschaften, mächtige Wälder und zahlreiche rollstuhlfreundliche Attraktionen auf einer der spektakulärsten Reiserouten der Welt, der South West Edge.

Südlich von Perth führt der Weg nach Bunbury. Dort erfahren die Besucher im neuen Dolphin Discovery Centre alles über die berühmten Delfine der Stadt, bevor es weiter zum markanten Leuchtturm Cape Naturaliste Lighthouse geht.

Der auf einer spektakulären Landzunge gelegene Leuchtturm markiert den Startpunkt der mehrtägigen Wanderstrecke Cape to Cape Track. Cape to Cape Explorer Tours bietet Führungen über die gesamte Strecke von 123 Kilometern, aber auch für kürzere Teilabschnitte wie die ersten dreieinhalb Kilometern an. Dieser Abschnitt ist für Rollstühle geeignet. Der Asphalt- und Holzbohlenweg schlängelt sich durch die Küstenheide mit ihren rosa blühenden Pimelea-Sträuchern und Teebäumen, die von Honigfressern umschwirrt werden.


Cape to Cape Explorer Tours


Im Frühjahr erwartet die Besucher ein besonderes Highlight: Sie können Buckelwale beobachten, die auf dem „Humpback Highway“ in Richtung Antarktis unterwegs sind.

„Da war wohl das Glück auf meiner Seite“, sagt Jaimen. „Ich liebe es, Tiere zu filmen, und plötzlich tauchten überall Wale auf. Und als wir bei Sugarloaf Rock ankamen, surften dort sogar Delfine in den Wellen.“

Südlich von Margaret River liegt Amaze’n, ein rollstuhlfreundliches Heckenlabyrinth, das nur darauf wartet, die Besucher zu verwirren.

„Wir konnten einfach nicht wieder herausfinden“, lacht Jaimen. „Also haben wir den Schummel-Ausgang genommen. Es war ein Riesenspaß!“


Amaze’n Margaret River


So beeindruckend die Attraktionen entlang der South West Edge auch sind, es sind die vielen barrierefreien Unterkünfte mit extra breiten Eingangstüren, ebenerdigen Duschen und Betten in bequemer Höhe, die diesen Roadtrip für Rollstuhlfahrer so verlockend machen. Einer von Jaimens Lieblingsorten ist das Redgate Forest Retreat in der Nähe von Margaret River, wo ihm der freundliche Gastgeber sogar hilft, die Rollstuhlreifen mit einem Kompressor aufzupumpen.

Zurück auf der Straße führt die Reise weiter nach Südosten durch den lichtgesprenkelten Schatten der hohen Bäume von Pemberton. Nächster Halt ist der Donnelly River. Hier tuckert das rollstuhlgerechte Boot von Donnelly River Cruises durch 12 Kilometer unberührten Marri-Wald bis zur Küste.


Donnelly River Cruises


Weiter südöstlich erwartet die Reisenden eines der barrierefreien Highlights der Reise: der Baumwipfelpfad Valley of the Giants Tree Top Walk.

„Ich hatte keine Ahnung, dass er barrierefrei ist“, sagt Jaimen. „Der Name klingt nicht gerade danach. Aber man kann tatsächlich mit dem Rollstuhl ganz nach oben in die Baumwipfel fahren. Das ist einfach unglaublich.“ Für Jaimen ist es ein bewegender Moment, gemeinsam mit seiner Familie in das Blätterdach des Tingle-Walds einzutauchen.

Wenn der Magen knurrt, können die Besucher in barrierefreie Cafés wie das Marron Tale Café einkehren und sich Spezialitäten aus dem Südwesten schmecken lassen. Der Star auf der Speisekarte ist der Marron, ein mächtiger Süßwasserkrebs. Er ist nur in dieser Region heimisch und wird direkt vor Ort gezüchtet. Sein Geschmack ist unvergleichlich.


Valley of the Giants Tree Top Walk


Eine der letzten Stationen dieses Straßenabenteuers ist Albany (Kinjarling) mit dem bewegenden National Anzac Centre und dem spektakulären Torndirrup National Park. Der Blick von The Gap ist unvergesslich. Auf der barrierefreien, freitragenden Aussichtsplattform schweben die Besucher direkt über dem Küstencanyon und dem tosenden Meer, mitten in der salzigen Gischt des wilden Southern Ocean.

Der großartige neuntägige Roadtrip endet in Esperance. Doch Jaimen hat die South West Edge etwas gegeben, das für viele selbstverständlich ist: die Freude, dabei zu sein.

„Nach meinem Unfall dachte ich, ich würde nie wieder irgendwohin reisen können, dass Reisen ein für allemal vorbei wäre“, sagt Jaimen. „Aber Gott sei Dank gibt es Menschen, die Barrierefreiheit möglich machen, damit Menschen wie ich reisen können. Als Vater ist es mir wichtig, solche Dinge mit meinen Kindern zu erleben und ihre Reaktionen zu sehen. Ich muss auf nichts verzichten.“


Esperance



Veröffentlicht im April 2024.